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Über uns

Das Kompetenznetzwerk Antisemitismus ist ein Zusammenschluss von fünf Institutionen, die über eine langjährige Erfahrung im Bereich der Antisemitismusprävention, der antisemitismuskritischen Bildungsarbeit, der Beratung sowie der Dokumentation und Analyse antisemitischer Vorfälle verfügen: dem Anne Frank Zentrum, der Bildungsstätte Anne Frank, dem Bundesverband der Recherche- und Informationsstellen Antisemitismus (RIAS), dem Kompetenzzentrum für Prävention und Empowerment der ZWST und der Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus ‒ KIgA e.V.

Ziel des Netzwerks ist es, durch Zusammenarbeit und Wissenstransfer die Angebote im Bereich der Antisemitismusprävention, der antisemitismuskritischen Bildungsarbeit, der Beratung sowie der Dokumentation und Analyse antisemitischer Vorfälle zu bündeln und weiterzuentwickeln. Die Netzwerkpartner stellen ihre Expertise für die Bereiche (schulische) Bildung, Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft zur Verfügung. Die Koordinierung des Kompetenznetzwerks Antisemitismus liegt beim Anne Frank Zentrum.

Die Netzwerkpartner

Anne Frank Zentrum e. V.

Das Anne Frank Zentrum ist die deutsche Partnerorganisation des Anne Frank Hauses in Amsterdam. Mit Ausstellungen und Bildungsangeboten erinnert das Zentrum an Anne Frank und ihr Tagebuch. Es schafft Lernorte, in denen sich Kinder und Jugendliche mit Geschichte auseinandersetzen und diese mit ihrer heutigen Lebenswelt verbinden. Sie lernen gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen und sich für Freiheit, Gleichberechtigung und Demokratie zu engagieren. Das Anne Frank Zentrum zeigt eine ständige Ausstellung in Berlin und Wanderausstellungen in ganz Deutschland. Es setzt bundesweit Projekte um und entwickelt Materialien zur Auseinandersetzung mit der Geschichte des Nationalsozialismus und des Holocaust sowie mit Antisemitismus, Rassismus und Diskriminierung heute. Das Anne Frank Zentrum hat seinen Sitz in Berlin und ist ein gemeinnütziger Verein. Das Zentrum ist als Träger der freien Jugendhilfe anerkannt und Mitglied im Arbeitskreis deutscher Bildungsstätten.

Das Anne Frank Zentrum ist die Koordinierungsstelle des Kompetenznetzwerks Antisemitismus. Im Kompetenznetzwerk steht das Anne Frank Zentrum für den Bereich der historisch-politischen Bildung zum Nationalsozialismus und Holocaust. Das Zentrum arbeitet dabei schwerpunktmäßig im ländlichen Raum und setzt auf Jugendbeteiligung. Die Beschäftigung mit historischen Formen des Antisemitismus sowie den Kontinuitäten antisemitischer Stereotype, Feindbilder und Ideologien stellt eine wichtige Grundlage für eine wirksame Auseinandersetzung mit aktuellen Erscheinungsformen des Antisemitismus dar. Aufbauend darauf setzt das Anne Frank Zentrum Angebote der antisemitismuskritischen Bildungsarbeit um, die sich an Kinder und Jugendliche, aber auch pädagogische Fachkräfte und Multiplikator*innen richten. Ein weiteres Ziel der historisch-politischen Bildungsarbeit ist die Initiierung und Stärkung breiter zivilgesellschaftlicher Netzwerke auf lokaler Ebene.

Anne Frank Zentrum e. V.
Franziska Göpner
Bereichsleiterin Wanderausstellungen
Tel.: 030 288 86 56 28
E-Mail: goepner@annefrank.de
Rosenthaler Straße 39
10178 Berlin
www.annefrank.de

Bildungsstätte Anne Frank e. V.

Als Zentrum für politische Bildung und Beratung Hessen mit Standorten in Frankfurt am Main und Kassel entwickelt die Bildungsstätte Anne Frank innovative Konzepte und Methoden, um Jugendliche und Erwachsene gegen Antisemitismus, Rassismus und verschiedene Formen von Diskriminierung zu sensibilisieren – und für die aktive Teilhabe an einer offenen, demokratischen Gesellschaft zu stärken. Die Bildungsstätte vernetzt verschiedene Gruppen und Communities und bringt sie miteinander ins Gespräch – im Rahmen von wechselnden Sonderausstellungen, Informations- und Diskussionsveranstaltungen sowie Konferenzen und Fachtagen.
Lehrkräfte und Pädagog*innen erhalten Beratung in akuten Konfliktfällen sowie zum Umgang mit Radikalisierung. Zwei hessische Beratungsstellen sind in der Bildungsstätte Anne Frank angesiedelt: response unterstützt Betroffene von rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt, das ADiBe-Netzwerk berät Menschen, die Diskriminierung erfahren haben. Auf dem Meldeportal hessenschauthin.de können rechte und rassistische Vorfälle gemeldet werden.

Die Bildungsstätte Anne Frank treibt im Rahmen des Kompetenznetzwerk Antisemitismus die Entwicklung, Verbreitung und Verstetigung von Konzepten, Arbeitsansätzen und Methoden in der Antisemitismusbekämpfung bundesweit voran. Die spezifischen Aufgaben als Mitglied im Kompetenznetzwerk liegen bei der Analyse von und Bildung und Beratung zu Antisemitismus von Akteur*innen im linken Spektrum, im Rechtspopulismus und in sozialen Netzwerken sowie in der Entwicklung und Verbreitung von digitalen Vermittlungsformaten in der antisemitismuskritischen Bildungsarbeit. Die Bildungsstätte Anne Frank wird bundesweit Kontakte zu Initiativen und Organisationen aus dem linksliberalen Milieu etablieren. Multiplikator*innen und Institutionen erhalten Beratung zum Umgang mit antisemitischer Hassrede. Ein weiterer Fokus liegt auf dem Umgang mit Antisemitismus und Geschichtsrevisionismus im Rechtspopulismus. Gemeinsam mit der Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus (RIAS) und dem Kompetenzzentrum für Prävention und Empowerment (ZWST) wird die Bildungsstätte Anne Frank Individuen und Organisationen begleiten, die von Antisemitismus in sozialen Medien betroffen sind.

Bildungsstätte Anne Frank
Tom Uhlig
Bildungsreferent
Tel.: 069 56 00 02 47
E-Mail: tuhlig@bs-anne-frank.de
Hansaallee 150
60320 Frankfurt am Main
www.bs-anne-frank.de

Bundesverband der Recherche- und Informationsstellen Antisemitismus e. V. (RIAS)

Am 31.10.2018 wurde in Berlin der Bundesverband der Recherche- und Informationsstellen Antisemitismus e.V. gegründet. Er verfolgt das Ziel, mit Hilfe des Meldeportals www.report-antisemitism.de bundesweit eine einheitliche zivilgesellschaftliche Erfassung und Dokumentation antisemitischer Vorfälle zu gewährleisten. Der Bundesverband befördert insbesondere das Vertrauen und damit verbunden die Bereitschaft jüdischer und als jüdisch wahrgenommener Personen, zivilgesellschaftliche Melde- und Unterstützungsangebote wahrzunehmen. Eine enge und kontinuierliche Kooperation mit dem Zentralrat der Juden in Deutschland und weiteren jüdischen Organisationen ist zentral für dieses Anliegen. Gleichermaßen ist die kontinuierliche Absprache mit den bestehenden Beratungs- und Unterstützungsangeboten von Opferberatung, Mobiler Beratung und Antidiskriminierungsberatung sowie der bundesweit agierenden Beratungsstelle OFEK e.V. zentral für das Gelingen eines bundesweiten Melde- und Unterstützungsnetzwerks.

Im Rahmen des Kompetenznetzwerks Antisemitismus initiiert und unterstützt der Bundesverband RIAS e.V. den Aufbau regionaler Melde- und Unterstützungsnetzwerke und bildet neu sich gründende zivilgesellschaftliche Projekte fort, deren Hauptzweck die zivilgesellschaftliche Erfassung antisemitischer Vorfälle in Deutschland ist. Das Projekt ist im Rahmen einer Bundesarbeitsgemeinschaft für die Standardisierung und Weiterentwicklung der Arbeitsweisen, sowie die regelmäßige Qualitätskontrolle der Arbeit der regionalen Meldestellen zuständig. Der Bundesverband RIAS e.V. wird themenbezogene Expertisen und Analysen zum Thema Antisemitismus für die Bearbeitung in der präventiv-pädagogischen Arbeit aufbereiten. Des Weiteren werden mit Partner*innen im Kompetenznetzwerk Anforderungen der Nutzung von Vorfällen in der präventivpädagogischen Arbeit entwickelt. Die Sammlung und Aufbereitung fachbezogener Inhalte wird auch durch das Monitoring antisemitischer Ausdrucksformen gewährleistet. Gesellschaft, Politik und Medien werden für jüdische Erfahrungen mit und jüdische Perspektiven auf Antisemitismus sowie für jüdisches Leben in Deutschland durch gezielte Öffentlichkeitsarbeit sensibilisiert.

Bundesverband der Recherche- und Informationsstellen Antisemitismus e. V. (Bundesverband RIAS)
Benjamin Steinitz
Tel: 030 817 98 58 18
E-Mail: info@rias-bund.de
Gleimstraße 31
10437 Berlin
www.report-antisemitism.de/rias-bund
www.fb.com/BundesverbandRIAS
www.twitter.com/report_antisem

Das Kompetenzzentrum für Prävention und Empowerment (ZWST e. V.)

Das Kompetenzzentrum für Prävention und Empowerment ist in Trägerschaft der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland (ZWST). Es ist ein Institut für Bildung, Beratung und Praxisforschung mit Sitz in Berlin und bundesweiter Ausrichtung. Das Kompetenzzentrum qualifiziert Fach- und Führungskräfte sowie Multiplikator*innen im Bildungswesen, in der Zivilgesellschaft, Verwaltung und Politik für die Antisemitismus- und Diskriminierungsprävention, führt Anwendungsstudien durch, veranstaltet Fachgespräche und Fachsymposien. Das Kompetenzzentrum greift dabei auf fundierte Kenntnisse und langjährige Erfahrungen zurück und bringt auch die Vielheit jüdischer Stimmen mit. In dieser Rolle partizipiert das Kompetenzzentrum an gesellschaftspolitischen sowie fachtheoretischen Diskursen und prägt diese durch seine Kompetenzen und Veröffentlichungen. Neben mehrjährigen Projekten und Programmen entwickelt das Kompetenzzentrum bedarfsorientierte Bildungs- und Beratungsangebote. Im Zuge steigender antisemitischer Bedrohung gründete das Kompetenzzentrum 2017 die Beratungsstelle OFEK e.V – Beratungsstelle bei antisemitischer Gewalt und Diskriminierung , die seit 2019 als eingetragene Partnerorganisation des Kompetenzzentrums Betroffene antisemitischer Diskriminierung begleitet und berät.

Im Kontext des Kompetenznetzwerks Antisemitismus liegt der Fokus des Kompetenzzentrums für Prävention und Empowerment auf drei inhaltlichen Schwerpunkten:

Qualifizierungsformate für Fach- und Führungskräfte aus Bildung, Verwaltung und Politik sowie Zivilgesellschaft werden weiterentwickelt und implementiert. Dabei spielen die Qualitätssicherung antisemitischer Bildung und Beratung eine zentrale Rolle.

Durch Intervention und Beratung wird das Kompetenzzentrum in enger Zusammenarbeit mit OFEK e.V. zur Weiterentwicklung von stärkenden Empowerment-Angeboten beitragen und antisemitismussensible Beratungsstrukturen bundesweit ausbauen.

Mit Praxisstudien zielt das Kompetenzzentrum darauf ab, Leerstellen in der Anwendungsforschung durch qualitative Analysen sowie Feldbeobachtungen zu verringern und das pädagogische Handeln im Umgang mit Antisemitismus empirisch zu fundieren. Damit sollen Fragen aus der Beratungs- und Bildungsarbeit aufgegriffen und systematisch analysiert werden.

Kompetenzzentrum für Prävention und Empowerment (ZWST e. V.)
Jöran David Wulf
Projektkoordination „Bilder im Kopf” und SPEAK UP
Tel.: 030 51 30 39 88
E-Mail: wulf@zwst-kompetenzzentrum.de
www.zwst-kompetenzzentrum.de

Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus – KIgA e. V.

Die 2003 gegründete Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus – KIgA e.V. bietet im Bereich der politischen Bildung für die Migrationsgesellschaft im gesamten Bundesgebiet Lösungs- und Schulungsansätze für Themen wie Antisemitismus, antimuslimischen Rassismus, Nahostkonflikt und Radikalisierungsprävention. KIgA ist Initiator und leitendes Mitglied des European Network Countering Antisemitism through Education (ENCATE) und organisiert internationale und nationale Fachkonferenzen. Weitere gesellschaftliche Impulse setzt KIgA e. V. im jüdischen-muslimischen Dialog und mit Hilfe von kulturellen Angeboten, wie z. B. der Wanderausstellung „L’Chaim – Auf das Leben! Die Vielfalt Jüdischen Lebens entdecken“.  Mit der Praxisstelle Bildung und Beratung stellt KIgA in Kooperation mit dem Berliner Senat eine zentrale Anlaufstelle für Schulen und bietet Schulworkshops, Seminarreihen, Qualifizierungen für Lehrkräfte oder die Entwicklung langfristiger Konzepte zur Antisemitismusprävention.

Schwerpunkte der Arbeit von KiGA sind im Kontext des Kompetenznetzwerks Antisemitismus Fort- und Weiterbildung sowie Beratung für Erwachsene und Jugendliche zu Antisemitismus, antimuslimischem Rassismus, jüdisch-muslimischer Dialog, Nahostkonflikt und Radikalisierungsprävention. Ein weiterer Fokus liegt auf der Durchführung nationaler und internationaler Fachtagungen und Konferenzen sowie der Integration der Kernthemen der Organisation in kulturelle Projekte. Darüber hinaus arbeitet KIgA e.V. an Projekten zu jüdischem Leben in Deutschland und zu Projekten rund um Israel und den Nahostkonflikt.

Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus – KIgA e. V.
Joachim Seinfeld
Tel.: 030 23 58 82 30
E-Mail: joachim.seinfeld@kiga-berlin.org
Kottbusser Damm 94
10967 Berlin
www.kiga-berlin.org